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Gisela Klostermann > gisela.klostermann@gmx.ch

Empfehlung Brigitta Siegrist (16.8.2022)

 

Jamil Ahmad

Der Weg des Falken

 

Roman
dtv, 2011, 186 Seiten
ISBN 978-3-423-14362-2

Inhaltsangaben

Das Schicksal von Tor Baz steht unter einem schlechten Stern. Seine Eltern haben die Stammesre-geln verletzt, waren jahrelang auf der Flucht und werden schliesslich doch von ihren Angehörigen aufgespürt und erbarmungslos hingerichtet.

Den Sohn lässt man allein in der Wüste zurück. Zwar überlebt Tor Baz, doch sein Leben entpuppt sich als einzige Odyssee über die Grenzen dreier Länder hinweg.

Empfehlung Brigitta Siegrist (16.8.2022)

 

Thomas Hohensee

Gelassenheit beginnt im Kopf

 

So entwickeln Sie einen entspannten Lebensstil
Sachbuch
Kreuz Verlag Stuttgart, 2015, 168 Seiten
ISBN 978-3-426-65770-6

Inhaltsangaben

Für alle die auf der Suche nach Glück und Gelassenheit sind! In seinem Bestseller zeigt Seminarleiter und Coach Thomas Hohensee, wie man Stress-Gedanken erkennen und auflösen kann, kurzum, wie man das Denken entspannt: Er bietet eine wirkungsvolle Anleitung, mit der man lernt, Gelassenheit zu entwickeln.

Mit seinen einfachen Tools bewahrt man auch in stressigen Situationen Ruhe, um dann bewusst reagieren zu können. Die Gewohnheitsmuster werden verändert, Entspannung stellt sich ein und man befreit sich gleichzeitig von lästigen Gedanken. Mit seinem effektiven Anti-Stress-Programm lernt man auch in turbulenter Zeit gelassen zu bleiben und Stress abzubauen.
Der Bestseller-Autor beschreibt auf klare und leicht nachvollziehbare Weise effektive Methoden, damit aus schwierigen Situationen schliesslich Herausforderungen werden, die zu bewältigen sind.
Es ist leichter als man denkt…
Dank der Übungen zur Stress-Bewältigung kann man das Leben endlich wieder geniessen und dauerhaft entspannter sein.
„Der Bestsellerautor hat ein einfaches Training entwickelt – ein Training für ein glückliches Leben.“ Good Health 20160701

Empfehlung Brigitta Siegrist (10.2.2022)

 

Orvom D. Yalom und Marilyn Yalom

Unzertrennlich

 

Über den Tod und das Leben
Roman
Btb Verlag, 2021, 320
ISBN 978-3-442-75921-7

Inhaltsangaben

Irvin D. Yalom ist einer der angesehensten Psychotherapeuten Amerikas, am 13. Juni 2021 wurde er neunzig Jahre alt. Er gilt als Klassiker der existentiellen Psychothera-pie, seine Lehrbücher und Romane erscheinen weltweit und erreichen Millionen.

Seine Frau Marilyn Yalom, eine renommierte Kulturwissenschaftlerin und Autorin, starb im Herbst 2019 nach 65jähriger Ehe. Als klar war, dass ihre Krankheit zum Tode führen würde, begannen beide ein Buch zu schreiben – das am Ende Irvin D. Yalom alleine fertigstellen musste. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe und herausragenden intellektuellen Beziehung. Ein grosses Alterswerk, das alle existentiellen Themen berührt, die uns angehen.

Empfehlung Brigitta Siegrist (10.2.2022)

 

Bernhard Schlink

Die Enkelin

 

Roman
Diogenes, 2021, 368 Seiten
978-3-257-07181-8

Inhaltsangaben

Birgit ist zu Kaspar in den Westen geflohen, für die Liebe und die Freiheit. Erst nach ihrem Tod entdeckt er, welchen Preis sie dafür bezahlt hat. Er spürt ihrem Geheimnis nach, begegnet im Osten den Menschen, die für sie zählten, erlebt ihre Bedrückung und ihren Eigensinn.

Seine Suche führt ihn zu einer völkischen Gemeinschaft auf dem Land – und zu einem jungen Mädchen, das in ihm den Großvater und in dem er die Enkelin sieht. Ihre Welten könnten nicht fremder sein. Er ringt um sie.

Empfehlung Brigitta Siegrist (10.2.2022)

 

Daniela Krien

Der Brand

 

Roman
Diogenes, 2021, 272 Seiten
978-3-257-07048-4

Inhaltsangaben

Rahel und Peter sind seit fast 30 Jahren verheiratet. Sie sind angekommen in ihrem Leben, sie schätzen und achten einander, haben zwei Kinder großgezogen. Erst leise und unbemerkt, dann mit einem großen Knall hat sich die Liebe aus ihrer Ehe verab-schiedet.

Ein Sommerurlaub soll bergen, was noch zwischen ihnen geblieben ist, und die Frage beantworten, wie und mit wem sie das Leben nach der Mitte verbringen wollen.

Empfehlung Brigitta Siegrist (10.2.2022)

 

Gisela Föllmi

Das Schweigen brechen

 

Wie ich lernte, das Unsagbare in Worte zu fassen
Roman
Wörthersee Lachen, 2021, 256 Seiten
ISBN 978-3-03763-127-0

Inhaltsangaben

Gisela Föllmi war sieben Jahre alt, als sie von ihrem Stiefvater an den ersten Mann verkauft wurde. Sie hatte keine Chance, sich zu wehren. Nicht gegen diesen Übergriff und auch nicht gegen die Übergriffe von weiteren Männern. Und erst recht nicht ge-gen die ihrer Mutter.

Als abhängiges Kind, so sagt sie, habe sie schweigen müssen. Und zwar um jeden Preis. Es war ein hoher: Ihre Seele zersplitterte, nahm für immer Schaden. Um zu überleben, spaltete die kleine Gisela die verschiedenen Traumatisierungen ab, versenkte alles in ihrem inneren Schlimme-Dinge-Schrank. Die Erlebnisse abzuspalten, brachte keine Heilung. Wie auch? Sie waren und blieben durch den inneren Druck und die damit verbundene extreme Anspannung omnipräsent. Gisela Föllmi sagt rückblickend: »Ich habe mich und das Leben nicht ertragen und wusste nie, warum. Ich spürte, dass ich Hilfe bräuchte, konnte aber nie sagen, warum. Das kostete mich zweimal beinahe das Leben.« Sie war sechsundvierzig Jahre alt, als sich die Tür ihres Schlimme-Dinge-Schranks einen winzigen Spalt weit  öffnete und sie – in klitzekleinen Schritten – damit begann, das Unsagbare hervorzuholen und in Worte zu fassen. Wie viel Kraft dieser Prozess kostet und was für einen Mut er erfordert, ist jenseits unserer Vorstellungskraft. Aber seit sie den ersten Schritt aus dem Schweigen getan hat, weiss sie mit Bestimmtheit, dass sich die seelische Schwerstarbeit lohnt. »Ich werde«, das ist für sie so sicher wie das Amen in der Kirche, »an meinem grossen Ziel, ein Leben ohne Scham, Schuld und Angst leben zu können, ankommen. Das zu wissen, ist ein grossartiges Gefühl.«

Empfehlung Brigitta Siegrist (10.2.2022)

 

Leila Slimani

Das Land der Anderen

 

Roman
Verlag Leuchterhand 2021, 384 Seiten
ISBN 978-3-630-87646-7

Inhaltsangaben

Der Nr.-1-Bestseller aus Frankreich - der neue gefeierte Roman von Leïla Slimani. Über das Leben in der Fremde, eine unkonventionelle Liebe und eine Welt im Um-bruch.

Mathilde, eine junge Elsässerin, verliebt sich am Ende des Zweiten Weltkriegs in Amine Belhaj, einen marokkanischen Offizier im Dienst der französischen Armee. Die beiden heiraten und lassen sich in der Nähe von Meknès nieder, am Fuß des Atlas-Gebirges, auf einem abgelegenen Hof, den Amine von seinem Vater geerbt hat. Während er versucht, dem steinigen Boden einen kargen Ertrag abzutrotzen, zieht Mathilde die beiden Kinder groß. Voller Freiheitsdrang hatte sie den Aufbruch in ein neues, unbekanntes Leben gewagt und muss doch bald ernüchternde Erfahrungen machen: den alltäglichen Rassismus der französischen Kolonialgesellschaft, in der eine Ehe zwischen einem Araber und einer Französin nicht vorgesehen ist, die patriarchalischen Traditionen der Einheimischen, das Unverständnis des eigenen Mannes. Aber Mathilde gibt nicht auf. Sie kämpft um Anerkennung und ihr Leben im Land der Anderen.

Empfehlung Gisela Klostermann (2.2.2022)
 

Dieses Buch zeigt, dass man sich auch eine Zukunft ohne ständigen Wachstumszwang 
denken kann.

Maja Göpel

Unsere Welt neu denken

 

Eine Einladung
Sachbuch
Berlin: Ullstein, 2021, 208 S.

Inhaltsangaben

Unsere Welt steht an einem Kipp-Punkt, und wir spüren es. Einerseits geht es uns so gut wie nie, andererseits zeigen sich Verwerfungen, Zerstörung und Krise, wohin wir sehen. Ob Umwelt oder Gesellschaft scheinbar gleichzeitig sind unsere Systeme unter Stress geraten.

Wir ahnen: So wie es ist, wird und kann es nicht bleiben. Wie finden wir zu einer Lebensweise, die das Wohlergehen des Planeten mit dem der Menschheit versöhnt? Wo liegt der Weg zwischen Verbotsregime und Schuldfragen auf der einen und Wachstumswahn und Technikversprechen auf der anderen Seite? Diese Zukunft neu und ganz anders in den Blick zu nehmen darin besteht die Einladung, die Maja Göpel ausspricht.

Empfehlung Gisela Klostermann (2.2.2022)

 

Edgar Selge

Hast du uns endlich gefunden

 

Roman
Hamburg: Rowohlt, 2021, 304 S..

Inhaltsangaben

Eine Kindheit um 1960, in einer Stadt, nicht groß, nicht klein. Ein bürgerlicher Haushalt, in dem viel Musik gemacht wird. Der Vater ist Gefängnisdirektor. Der Krieg ist noch nicht lange her, und die Eltern versuchen, durch Hingabe an klassische Musik und Literatur nachzuholen, was sie ihre verlorenen Jahre nennen.

Überall spürt der Junge Risse in dieser geordneten Welt. Gebannt verfolgt er die politischen Auseinandersetzungen, die seine älteren Brüder mit Vater und Mutter am Esstisch führen. Aber er bleibt Zuschauer. Immer häufiger flüchtet er sich in die Welt der Phantasie.

Dieser Junge, den der Autor als fernen Bruder seiner selbst betrachtet, erzählt uns sein Leben und entdeckt dabei den eigenen Blick auf die Welt. Wenn sich der dreiundsiebzigjährige Edgar Selge gelegentlich selbst einschaltet, wird klar: Die Schatten der Kriegsgeneration reichen bis in die Gegenwart hinein.

Edgar Selges Erzählton ist atemlos, körperlich, risikoreich. Voller Witz und Musikalität. Ob Bach oder Beethoven, Schubert oder Dvoák, Marschmusik oder Gospel: Wie eine zweite Erzählung legt sich die Musik über die Geschichte und begleitet den unbeirrbaren Drang nach Freiheit.

Empfehlung Gisela Klostermann (2.2.2022)
 
„Mit leichter Feder kombiniert Juli Zeh eine kluge Meditation über moderne Männerrollen mit einem düsteren Buch über ein Kindheitstrauma zum Psychothriller“ Denis Schenk/Der Tagesspiegel


Juli Zeh

Neujahr

 

Roman
BTW Taschenbuch, 2019, 192 S.

Inhaltsangaben

Lanzarote, am Neujahrsmorgen: Henning sitzt auf dem Fahrrad und will den Steilaufstieg nach Femés bezwingen. Seine Ausrüstung ist miserabel, das Rad zu schwer, Proviant nicht vorhanden. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, lässt er seine Lebenssituation Revue passieren.
Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Mit seiner Frau Theresa praktiziert er ein modernes, aufgeklärtes Familienmodell, bei dem sich die Eheleute in gleichem Maße um die Familie kümmern. Aber Henning geht es schlecht. Er lebt in einem Zustand permanenter Überforderung. Familienernährer, Ehemann, Vater, in keiner Rolle findet er sich wieder. Seit Geburt seiner Tochter leidet er unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen wie ein Dämon. Als Henning schließlich völlig erschöpft den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier in Femés. Damals hatte sich etwas Schreckliches zugetragen – etwas so Schreckliches, dass er es bis heute verdrängt hat, weggesperrt irgendwo in den Tiefen seines Wesens. Jetzt aber stürzen die Erinnerungen auf ihn ein, und er begreift: Was seinerzeit geschah, verfolgt ihn bis heute.  
Empfehlung Gisela Klostermann (2.2.2022)

 

„Dieser Bestseller aus Italien fasziniert durch seine berührende Sprache, die kraftvollen Naturbeschreibungen und die Frage nach dem richtigen Leben“ Zeit online
 
Paolo Cognetti

Acht Berge

 

Roman
Penguin Verlag TB, 2018, 244 S.

Inhaltsangaben

Eine Geschichte vom Aufbrechen und vom Wiederkehren und davon, was ein erfülltes Leben ausmacht Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle.
Als Erwachsene trennen sich die Wege der beiden Freunde: Der eine wird das Dorf nie verlassen und versucht die Käserei seines Onkels wiederzubeleben, den anderen drängt es in die weite Welt hinaus, magisch angezogen von immer noch höheren Gipfeln. Das unsichtbare Band zwischen ihnen bringt Pietro immer wieder in die Heimat zurück, doch längst sind sie sich nicht mehr einig, wo das Glück des Lebens zu finden ist. Kann ihre Freundschaft trotzdem überdauern?
Empfehlung Gisela Klostermann (2.2.2022)
 

Eine ungewöhnliche Geschichte über Mütter, Töchter und Schwestern und ein fesselnder Roman über das ländliche Italien der 1970er Jahre


Donatella Di Pietrantonio

Arminuta

 

Roman
München: Kunstmann, 2018, 220 S.

Inhaltsangaben

Im Dorf nennen sie alle nur Arminuta, die Zurückgekommene. Warum hat man sie zu ihren leiblichen Eltern zurückgeschickt? Wer ist ihre Mutter? Die, die sie geboren hat, oder die, bei der sie aufgewachsen ist? »Als Dreizehnjährige kannte ich meine andere Mutter nicht mehr.«
So beginnt die Geschichte, in der ein junges Mädchen mit einem Koffer und einem Sack voller Schuhe bei einer ihr unbekannten Familie abgeliefert wird. Die echten Eltern wollten sie wieder haben, mehr haben ihr die, die sie bisher Vater und Mutter nannte, nicht erklärt. Niemand scheint auf sie gewartet zu haben, alle haben offensichtlich andere Sorgen. Das Essen ist knapp, die Neue muss sich das Bett mit der kleinen Schwester teilen und das Zimmer mit den drei Brüdern. Hier ist alles fremd, die Armut, der Schmutz, die harten Worte. Während sie einen Weg zurück in ihr behütetes Leben in dem kleinen Haus am Strand sucht, entwickeln sich neue Bindungen, zur mutigen Schwester, den Brüdern, der Mutter. Und sie beginnt zu verstehen, wie viele Facetten die Liebe haben kann. Donatella Di Pietrantonio erzählt in dieser ungewöhnlichen Familiengeschichte von Zugehörigkeit und Verantwortung, Verstrickungen und Mutterliebe und davon, was es bedeutet, den eigenen Platz im Leben zu finden. Poetisch, zart und unvergesslich. 
Empfehlung Gisela Klostermann (2.2.2022)
 
Melissa Harrison

Vom Ende eines Sommers 

 

Roman
Köln: DuMont, 2021, 320 S.

Inhaltsangaben

England in den 1930-Jahren: Die vierzehnjährige Edith Mather lebt mit ihrer Familie auf Wych Farm im ländlichen Suffolk. Das Leben auf dem Land ist hart, die Schatten von Weltwirtschaftskrise und Erstem Weltkrieg hängen über der verarmten Gemeinde, und die Farm wird noch mit Pferdestärken betrieben.
Edith, genannt Edie, ist ein seltsames Kind: Als eines von vier Geschwistern in einer konservativen Farmerfamilie zieht sie Bücher der Gesellschaft von anderen Kindern vor. Als die Journalistin Constance FitzAllen aus London anreist, um eine Kolumne über und Lobrede auf das Landleben zu schreiben, empfindet Edie von Anfang an Bewunderung für die extrovertierte Frau in Männerhosen. Charmant, wissbegierig und glamourös scheint Constance zunächst die ideale Freundin und Mentorin für Edie zu sein. Doch die junge Frau aus der Großstadt will nicht nur dokumentieren, sie will missionieren. Und sie bringt politische Ideen mit, die bald zu einem Flächenbrand in ganz Europa führen. Atmosphärisch und bildstark erzählt Das Ende eines Sommers vom Erwachsenwerden und ist zugleich packendes Zeitporträt und eine Verneigung vor der Schönheit der Natur.
Empfehlung Gisela Klostermann (2.2.2022)
 
Harald Welzer

Nachruf auf mich selbst

 

Sachbuch
Frankfurt am Main: S. Fischer, 2021, 288 S.

Inhaltsangaben

Unsere Kultur hat kein Konzept vom Aufhören. Deshalb baut sie Autobahnen und Flughäfen für Zukünfte, in denen es keine Autos und Flughäfen mehr geben wird. Und versucht, unsere Zukunftsprobleme durch Optimierung zu lösen, obwohl ein optimiertes Falsches immer noch falsch ist.
Damit verbaut sie viele Möglichkeiten, das Leben durch Weglassen und Aufhören besser zu machen. Diese Kultur hat den Tod genauso zur Privatangelegenheit gemacht, wie sie die Begrenztheit der Erde verbissen ignoriert. 
Bestsellerautor Harald Welzer zeigt in einer faszinierenden Montage aus wissenschaftlichen Befunden, psychologischen Einsichten und persönlichen Geschichten, wie man aus den Absurditäten dieser gesellschaftlichen Entwicklung herausfindet. Man muss rechtzeitig einen Nachruf auf sich selbst schreiben, damit man weiß, wie man gelebt haben will. 
Harald Welzer hat einmal mehr ein wichtiges Buch geschrieben, das radikal, vielleicht ganz im Sinne seines Werks nicht immer ganz konsequent zu Ende gedacht ist (wie er selbst schreibt). Er hat mit diesem Werk einen empfindsamen Punkt getroffen, der gerade in Corona-Zeiten uns alle angeht, die Erfahrung des Todes bzw. des Verharrens im Auge des Zyklons und die sich daraus ergebenden Konsequenzen, gerade auch für unsere individuelle wie die gesellschaftliche Lebenspraxis und Kultur des 21. Jahrhunderts. Das Buch wird allerdings vor allem diejenigen erreichen, die sowieso in die Richtung denken und schon handeln, die anderen werden, und hier ist noch mal Welzer selbst zu zitieren, auf der für sich in Anspruch genommenen Unbelehrbarkeit der „Betonköpfe“ verharren. Stephan Wolting Literaturkritik.de
Empfehlung Gisela Klostermann (2.2.2022)

»Roger de Weck eröffnet ein argumentatives Trommelfeuer gegen die Verächter der Demokratie.« 
Herfried Münkler, NZZ am Sonntag 08.03.2020
 
Roger de Weck

Die Kraft der Demokratie

 

Eine Antwort auf die autoritären Reaktionäre
Sachbuch
Suhrkamp, 2021, 326 S.

Inhaltsangaben

Seit Corona und dem Trump-Fiasko wirken die zerstrittenen Reaktionäre wie lauter Verlierer und Versager, so auch die AfD. Jetzt ist die Stunde der Fortschrittsoptimisten: Nutzen die Grünen und alle Schrittmacher einer ökosozialen Demokratie ihre Chance?

Roger de Wecks preisgekröntes Buch schafft Zuversicht und Übersicht: Es zerlegt die Argumente der autoritären Populisten in ihrem Kulturkampf wider die offene Gesellschaft. Im deutschen Wahljahr skizziert es, wie eine liberale Demokratie des Ausgleichs von Natur und Mensch, Arm und Reich, Frau und Mann, Schwarz und Weiß aussehen könnte: gestaltungskräftig, auf der Höhe des digital-ökologischen 21. Jahrhunderts. Denn die Natur, sagt de Weck, muss zur Teilnehmerin an der Demokratie werden.

Empfehlung Gisela Klostermann (2.2.2022)

„Eine fesselnde Geschichte, und nur allzu realistisch“ Lawrence H. Summers, ehemaliger US-Finanzminister


Ken Follett

Never – Die letzte Entscheidung 

 

Thriller
Lübbe, 2021, 880 S.

Inhaltsangaben

Mehr als ein Thriller - Ken Folletts neuester, actiongeladener Roman führt tief in die Verstrickungen unserer globalisierten Welt und stellt die Frage "Was wäre, wenn ...?" In der Sahara folgen westliche Geheimdienstagenten der Spur mächtiger Drogenschmuggler.

Die Amerikanerin Tamara und ihr französischer Kollege Tab gehören zu ihnen. Für ihre Liebe riskieren sie ihre Karriere – und im Einsatz für ihr Land ihr Leben. Nicht weit entfernt macht sich die junge Witwe Kiah mit Hilfe von Schleusern auf den Weg nach Europa. Als sie sich gegen Übergriffe verteidigen muss, hilft ihr ein Mitreisender. Doch er scheint nicht zu sein, was er vorgibt.
In China kämpft der hohe Regierungsbeamte Chang Kai gegen die kommunistischen Hardliner. Er hat ehrgeizige Pläne, und er befürchtet, dass die Kriegstreiberei seiner Widersacher das Land und dessen Verbündeten Nordkorea auf einen Weg leitet, der keine Umkehr zulässt.
In den USA führt Pauline Green, die erste Präsidentin des Landes, ihre Amtsgeschäfte souverän und bedacht. Sie wird alles tun, was in ihrer Macht steht, um zu verhindern, dass die USA in einen unnötigen Krieg eintreten müssen. Doch wenn ein aggressiver Akt zum nächsten führt, wenn alle diplomatischen Mittel ausgereizt sind, die letzte Entscheidung gefallen ist – wer kann dann noch das Unvermeidliche verhindern?beschließt der Häuptling, die beiden ältesten Frauen als »unnütze Esser« zurückzulassen, um den Stamm zu retten. Doch in der Einsamkeit der eisigen Wildnis geschieht das Unglaubliche: Die beiden alten Indianerfrauen geben nicht auf, sondern besinnen sich auf ihre ureigenen Fähigkeiten, die sie längst vergessen geglaubt hattenseine fortschrittliche politische Haltung auf sein Werk? Warum blieben ihm glückliche Beziehungen verwehrt? Anhand sechs ikonischer Werke und vieler weiterer Kompositionen zeichnet Eichel das Portrait eines Mannes, der kein musikalischer Dienstleister mehr sein will und sich eine Existenz als unabhängiger Künstler ertrotzt. Ebenso kenntnisreich wie mitreißend schildert Eichel Beethovens geistigen Kosmos, berichtet von delikaten Liebeskomplikationen und bizarren Launen, schreibt über notorische Geldnöte und den eruptiven Humor des Komponisten. Jenseits gängiger Mythen wird der Mensch Beethoven auf neue, spannende Weise erfahrbar.

Musikliebhaber werden die einzelnen Werke bedingt durch die musikwissenschaftlichen Hinweise noch mehr geniessen. Und das Biografische, untermauert mit vielen Quellen und dem nötigen kritischen (und witzigen) Abstand bringt uns Beethoven und seine Zeit nah. Die 6 Kapitel von „Eroica“ über „Elise“, „Schicksalssymphonie“, „Die Wut über den verlorenen Groschen, „Mondscheinsonate“ bis zur „9. Symphonie“ lassen sich perfekt einzeln geniessen.

Empfehlung Gisela Klostermann (2.2.2022)

Ein Buch aus meiner Bücherschatzkiste


Velma Wallis

Zwei alte Frauen 

 

Eine Legende von Verrat und Tapferkeit 
Roman
Piper, 2017, 25. Aufl., 119 S.

Inhaltsangaben

Ein Nomadenstamm im hohen Norden von Alaska: Während eines bitterkalten Winters kommt es zu einer gefährlichen Hungersnot. Wie das alte Stammesgesetz es vorschreibt,

beschließt der Häuptling, die beiden ältesten Frauen als »unnütze Esser« zurückzulassen, um den Stamm zu retten. Doch in der Einsamkeit der eisigen Wildnis geschieht das Unglaubliche: Die beiden alten Indianerfrauen geben nicht auf, sondern besinnen sich auf ihre ureigenen Fähigkeiten, die sie längst vergessen geglaubt hattenseine fortschrittliche politische Haltung auf sein Werk? Warum blieben ihm glückliche Beziehungen verwehrt? Anhand sechs ikonischer Werke und vieler weiterer Kompositionen zeichnet Eichel das Portrait eines Mannes, der kein musikalischer Dienstleister mehr sein will und sich eine Existenz als unabhängiger Künstler ertrotzt. Ebenso kenntnisreich wie mitreißend schildert Eichel Beethovens geistigen Kosmos, berichtet von delikaten Liebeskomplikationen und bizarren Launen, schreibt über notorische Geldnöte und den eruptiven Humor des Komponisten. Jenseits gängiger Mythen wird der Mensch Beethoven auf neue, spannende Weise erfahrbar.

Musikliebhaber werden die einzelnen Werke bedingt durch die musikwissenschaftlichen Hinweise noch mehr geniessen. Und das Biografische, untermauert mit vielen Quellen und dem nötigen kritischen (und witzigen) Abstand bringt uns Beethoven und seine Zeit nah. Die 6 Kapitel von „Eroica“ über „Elise“, „Schicksalssymphonie“, „Die Wut über den verlorenen Groschen, „Mondscheinsonate“ bis zur „9. Symphonie“ lassen sich perfekt einzeln geniessen.

Empfehlung Gisela Klostermann (2.2.2022)

Allem Grabovac

Das achte Kind 

 

Roman
Carl Hanser Verlag, 2021, 256 S.

Inhaltsangaben

Ein ganz besonderer deutscher Bildungsroman. (Maxim Biller) Alem Grabovac erzählt in seinem Roman eine aufrüttelnde Geschichte über Herkunft und Zugehörigkeit. Smilja schuftet als Gastarbeiterin in der Schokoladenfabrik, ihr Mann Emir, ein feierfreudiger Kleinganove, landet später im berüchtigten Gefängnis Goli Otok in Jugoslawien.
Nach der Geburt ihres Sohnes Alem trifft Smilja eine folgenschwere Entscheidung: Ihr Baby wächst bei einer strengen deutschen Pflegefamilie mit sieben eigenen Kindern auf. Jedes zweite Wochenende aber verbringt der Junge mit seiner Mutter und ihrem neuen gewalttätigen Freund im Frankfurter Bahnhofsmilieu. Erst als Erwachsener macht sich Alem auf die Suche nach seinem leiblichen Vater. Alem Grabovac erzählt die erschütternde Geschichte eines extremen Aufwachsens, ungeschönt und ohne Wertung.
Eine aufrüttelnde Geschichte über Herkunft und Zugehörigkeit zwischen Jugoslawien und Deutschland. Spießbürgerliche, bigotte Abgründe und haltlose Gewalt gebündelt in einem Leben der Extreme und das Meiste daran ist wahr. Was bleibt, wenn man sich auf niemanden verlassen kann?